Je Suis Charlie oder „Jetzt erst recht“

Der feige hinterhältige Angriff auf die Redaktion von Charlie Hebdo hat Europa im Mark erschüttert. Wo man hinhört, wo man auch liest wird es als Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit gewertet. Zu Recht, ist es doch ein Angriff auf TV-Anstalten, große und kleine Zeitungen, jeden einzelnen Blogger sowie jedem der in den sozialen Medien seine Meinung kund tut.
Leider ist das nicht ganz korrekt.

Wenn heute die Medien von Presse- und Meinungsfreiheit raunen, meinen sie die Freiheit nach ihren Vorstellungen. Also die Freiheit das Gleiche zu denken und zu schreiben wie es die Redaktionen gerne hätten. Abweichlerisches wird gnadenlos ausgemerzt oder denunziert.

Wie schlecht es um die Meinungsfreiheit in Österreich bestellt ist zeigen einige Beispiele.

Bis zum letzten Jahr war es etwa bei der Kronen Zeitung möglich, Kommentare zu Artikeln ohne vorherige Prüfung zu veröffentlichen. Moderiert wurde erst danach und da recht intransparent. Jetzt ist es bei gewissen Themenbereichen gar nicht mehr möglich zu posten ohne vorher die Hürde der Freischaltung zu schaffen. Dabei ist festzustellen, dass Kritik an der Berichterstattung gar nicht gerne gesehen und nur äußerst selten freigeschaltet wird. Die Krone ist jedoch kein Einzelfall.

Dann gibt es da noch den §283 des Strafgesetzbuches (Verhetzung) der schon grundsätzliche Kritik an einer Religion unter Strafe stellt, sofern sich nur genügend Anhänger beleidigt fühlen.

Die westlichen Medien haben sich das Drama um Charlie Hebdo zum Teil auch selbst eingebrockt. Kritik am Islam wird nahezu volley als fremdenfeindlich dargestellt. Pegida ist ein Paradebeispiel dafür. Kaum ein Tag vergeht, in dem die Bewegung nicht als xenophob, islamophob oder sonstwiephob dargestellt wird. Das reicht von der Politik abwärts bis zur Klatschpresse. Ein gar seltsames Spiel mit der Meinungsfreiheit.

Beispielsweise wäre in Österreich ein Magazin wie Charlie Hebdo gar nicht möglich gewesen. So bissig und politisch unkorrekt, hätte es keine Chance der medialen Bullshitartillerie zu entgehen. Karikaturen wie von Charie Hebdo würden sich permanent dem Vorwurf der Islamophobie und des Rassismus stellen müssen und heimische Richtern in Dauerschleife den §283 StGB umhängen. Beispiele die Rassismusvorwürfe betreffend, haben der „Verein der Freunde der Tagespoltik“ schon erleben dürfen.

Wer aber glaubt, mit dem Angriff auf Charlie Hebdo würde ein Umdenken einsetzen, der irrt!

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